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Erster Besuch auf La Réunion (F)

Unser neuer Schüleraustausch mit Frankreich
25 Schülerinnen und Schüler des Robert-Koch-Gymnasiums besuchen zum ersten Mal die neue Partnerschule Collège Hégésippe Hoarau auf der Insel La Réunion (27.10. – 13.11.)
Das neue Austauschprogramm mit La Réunion wurde seit über einem Jahr mit verschiedensten Aktionen vorbereitet. Die Schüler drehten zunächst alle Videos in französischer Sprache, um sich ihren Partnern vorzustellen. Diese Videos wurden in eine Dropbox hochgeladen, zu der auch die Franzosen Zugang hatten. Nachdem der erste Kontakt geknüpft war, hatten die Schüler fast ein Jahr lang die Gelegenheit, sich in E-Mails und/oder über WhatsApp genauer kennenzulernen. Während der Projekttage stellten die deutschen Teilnehmer Duftseifen, Betonvasen, Freundschaftsbänder, Nadelkissen und andere Produkte her, um damit Geld für die Finanzierung des Gegenprogramms zu verdienen. Kurz vor der Abreise hielten alle Schüler Kurzreferate zu Geschichte, Verwaltung, Sprache, Flora, Fauna, Küche, Tanz, Musik etc. von La Réunion. Im Anschluss an diesen Referatnachmittag wurde gemeinsam in der Schulküche kreolisch gekocht und gegessen, um auch die Geschmacksnerven gebührend auf die Reise einzustimmen.
Derart vorbereitet traten am Samstag, dem 27.10. 25 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9-11 mit ihren insgesamt drei Begleitern die lange Reise nach La Réunion an. Flug und Aufenthalt in Paris verliefen reibungslos, die Vorfreude versüßte das Warten.
Am Morgen des 28.10. wurden wir von den Austauschpartnern und begleitenden Lehrern schon am Flughafen sehr herzlich empfangen und mit einer Erfrischung am nächstgelege-nen Strand überrascht. Danach ging es mit dem Bus weiter nach Saint-Louis, wo uns die Gasteltern schon erwarteten. Das restliche Wochenende (wie auch die folgenden Wochen-enden) verbrachten wir alle in unseren Gastfamilien. Am Montagabend wurden wir dann im Beisein der Gasteltern mit einem sehr leckeren Buffet noch einmal ganz offiziell von der Schulleitung begrüßt und in Saint-Louis willkommen geheißen. Für diesen Abend hatten die deutschen Schüler im Vorfeld mehrere bayerische Volkstänze einstudiert, die sie dann zur großen Freude der Franzosen vorführten.
In den zwei Wochen unseres Aufenthaltes besuchten die deutschen Schüler zusammen mit ihren französischen Partnern den Unterricht am Collège H. Hoarau und gewannen interessante Einblicke in das französische Schulsystem. Verwunderung wurde u.a. über die „gefängnisähnliche Abriegelung“ der Schule, die längeren Unterrichtseinheiten und darüber geäußert, dass in Frankreich nicht die Klassen, sondern die Lehrer eigene Räume haben. Zudem bot sich uns die Gelegenheit, das Kantinenessen auszuprobieren. Der Unterrichts-besuch am vorletzten Tag fiel einer weiteren französischen Eigenheit zum Opfer: unsere Schüler stellten erstaunt fest, dass Lehrer in Frankreich streiken dürfen…
Natürlich war es unseren Gastgebern auch ein Anliegen, uns ihre wunderschöne Insel zu zeigen, weshalb sie ein sensationelles Programm zusammengestellt hatten. Bei einem Bootsausflug vor Saint-Gilles hatten wir das große Glück, nicht nur Delfine, sondern auch Wale zu sehen. Den Vulkan betrachteten wir gleich aus zwei Perspektiven: da man nicht bis zum Kraterrand wandern konnte, weil der Piton de la Fournaise seit 15.9. im Eruptions-modus war, fuhren wir zunächst mit dem Bus zum äußeren Kraterrand und besichtigten im Anschluss daran das äußerst anschauliche Vulkanmuseum Cité du Volcan. Am folgenden Tag ging es dann an der eindrucksvollen Südküste entlang durch die alten Lavafelder, wo der Vulkan diesmal von unten zu sehen war. Der Höhepunkt des Aufenthaltes war eine zweitägige Wanderung in den Cirque de Mafate, in den man nur zu Fuß oder mit dem Helikopter kommt. Die Wanderung war zwar anstrengend und am Ende des ersten Tages sehr nass, aber dennoch für alle Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis. Die gemeinsame Anstrengung, das urige Abendessen und die Übernachtung in drei Hütten machten aus Deutschen und Franzosen eine eingeschworene Gemeinschaft. Der strahlende Sonnenschein am nächsten Morgen und der Rückweg durch die atemberaubende Landschaft ließen den Regen des Vortages in Vergessenheit geraten. Das Programm umfasste außerdem einen Besuch im Salzmuseum, in einem botanischen Garten und auf dem Markt von Saint Pierre. Bei einer Schnitzeljagd erkundeten die Schüler die typisch kreolischen Häuser in L´Entre-Deux. Ein sehr lustiger Besuch im Hochseilgarten von Les Makes und ein von den Gasteltern organisiertes pique-nique partage am Strand von Etang-Salé rundeten den Aufenthalt ab.
Es war daher wenig erstaunlich, dass bereits am Abend vor unserer Abfahrt bei der offiziellen Verabschiedung (umrahmt von Fotopräsentation und Reden) zahlreiche Tränen flossen. Der Abschiedsschmerz wurde dadurch, dass uns alle Schüler und Lehrer zum Flughafen begleiteten nicht besser und dokumentierte deutlich, wie sehr alle Teilnehmer den Aufenthalt genossen und ihre „neuen Familien“ ins Herz geschlossen hatten. Schon allein das Knüpfen dieser freundschaftlichen Bande, aber auch die vielen neuen Eindrücke und das völlige Eintauchen in die fremde Kultur und Sprache machen die Reise zu einem ganz besonderen Erfolg. Das Gelingen dieses „Antrittsbesuchs“ hing natürlich auch ganz wesentlich von der Bereitschaft unserer Schüler ab, sich auf die Gastfamilien und die dortigen Sitten und Gebräuche einzulassen. Frau Harant und ich waren daher sehr stolz, dass die Zuverlässigkeit, Freundlichkeit und das gute Benehmen der deutschen Gäste immer wieder gelobt wurden.
Wir freuen uns jetzt schon sehr auf den Gegenbesuch unserer Freunde vom 16.2 bis 2.3.2019 und den Ausbau dieses neuen Austauschs in den nächsten Jahren !

Verfasser: Sigrun Reyser, 12.3.2019