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fair future 2019

Klimakrise und mehr Mitmenschlichkeit

Auf der nunmehr vierten fair future Gala zeigte sich, dass das Motto der Initiative „nachhaltig handeln – Solidarität zeigen“ 2019 an Brisanz sogar noch zugelegt hat. Mittlerweile kommt es zu weltweiten Demonstrationen von Schülern für den Klimaschutz und Integration bzw. Unterstützung für unsere Nächsten in der einen Welt ist ohnehin ein Dauerthema.
Das vielfältige Programm, durch das Lara Geiger als eine Avatar in eindringlicher Weise moderierte, griff genau diese Zeitphänomene in den Beiträgen zu Ernährungsverhalten und Mikroplastik im Hausgarten auf. Jonas Andrä und Marco Artmeier präsentierten ihre Reportage zu biologisch-regional erzeugten Lebensmitteln und Laura Kerschl informierte zusammen mit Nils Tietze darüber, dass man selbst im heimischen Gemüsegarten mit Mikroplastik in eigenen Tomaten rechnen sollte.
Elias Sagerer äußerte in seiner Präsentation zum Thema CO2 Ersparnis Verständnis für Verbraucher, indem er aufzeigte, wie tückisch und schwierig heutzutage eine klimaneutrale Lebensweise ist. Um wirkungsvoll CO2 Einsparungen leisten zu können, dürfen Fahrten, Einkäufe und Reisen nicht unüberlegt getätigt werden.
Auf die zweite Säule des fair future Teams, Solidarität zeigen, konzentrierten sich die Beiträge im anschließenden Teil des Abends. Dass Kinder in manchen Ländern an Kleber schnüffeln müssen, um trotz Hunger, Angst und Ratten nachts auf kalten Böden schlafen zu können, zeigten Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 6d in ihrem kurzen Theaterstück „Straßenkinder“. Als Unterstufe ebneten sie sich auf mehrfache Weise schnell den Weg zum Publikum: unschuldig, süß und wahnsinnig engagiert nahmen sie ihre Rollen als Straßenkinder ein, eröffneten mit dem Appell von Martin Luther King „I have a dream“ ihrer Vorstellungen von einer besseren Welt und zeigten in ihren Wünschen für den Planeten, wie wir alle zu dieser Verbesserung beitragen können; der Schlüssel erschien einfach und deshalb so schwer: Mäßigung lautet das Zauberwort. Wenn alle ihre Bedürfnisse überdenken und bereit sind zu Mäßigung und Teilen, werden ärmere Regionen der Welt weniger ausgebeutet und der CO2 Ausstoß reduziert sich obendrein.
Diese Beiträge wurden von Auftritten der Showturner begleitet, die mit ihrer Choreo zu „never give up on your dreams“ der Botschaft der Straßenkinder Nachdruck verliehen. Auf drei Ebenen zeigten die zwanzig Turnerinnen und Turner ihr Können, und dem Zuschauer fiel es manchmal schwer dem Lichtkegel, und damit den neuen Turnaktionen zu folgen. Ein Feuerwerk der Turnkunst mit meist gestreckten Zehen. Der Auftritt von zwei Solistinnen aus der Gruppe, Lisa Vogl und Anna-Lena Nothaft, zeigte auf eindrucksvolle Weise wie schwierig der Widerstreit von Handeln und besserem Wissen sein kann. „Schwarz und Weiß“ nannten die beiden Schülerinnen aus der 10. Klasse ihr Stück und stellten diese Gegensätze in ihrer Choreo dar.
Luisa Caselitz erläuterte das von ihr initiierte Besuchsprogramm für alte Menschen „zamm kemma“, eine Kooperation mit dem Donau-Isar-Klinikum.
Das äußerst straffe Programm des kurzweiligen Abends endete mit dem Stück „Deggendorf fährt Taxi“, einer Gemeinschaftsproduktion von Schülerinnen und Schülern des Wahlunterrichts „Umweltschule mit Courage“ mit dem Netzwerk für kulturelle Vielfalt e.V.. Der erste Vorsitzende, Cem Yasinoglu, spielte hierbei sich selbst als Teilzeit Minijob Taxifahrer und das Publikum erhielt Einblick in Alltagsrassismus am Beispiel von drei Szenen, die sich so ähnlich auf seinen Fahrten in Deggendorf zugetragen haben. Egal, ob zwei alte Damen auf dem Weg zur Kirche nicht in ein Taxi steigen wollen, das ein „Ausländer“ fährt, ob eine Sekretärin ihre eigenen Vorurteile in Stereotypen zur türkischen Lebensweise äußert (der türkische Mann ist äußerst auf Hygiene bedacht), oder ob zwei junge Männern finden, dafür dass Cem aussehe wie ein „IS-Typ“, könne er „echt gut Taxi fahren“ – in all diesen Beiträgen wurde dem Publikum auf witzige, aber eindrückliche Weise vorgeführt, wie Vorurteile und Rassismus im Alltag auftreten.
Die Darstellerinnen und Darsteller erhielten viel Lob und Bestärkung für ihr wichtiges Anliegen für Gemeinwohl und Klimaschutz. Wie bei jeder fair future Gala werden auch dieses Jahr die Spenden des Abends in vollem Umfang von 601.50 Euro an die Partnerschule und Kinderheime von Marie Josée Laguerre auf Haiti gespendet.
Das fair future Team um Angela Fürstenau und Sonja Würf wurde in diesem Jahr durch Vernonika Bahle tatkräftig unterstützt, die den Beitrag zum Thema „Mikroplastik im Hausgarten“ mit der Klasse 10a vorbereitete.

Verfasser: Sonja Würf,