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Gegenbesuch der Austauschpartner aus La Réunion

Besuch der Austauschpartner aus La Réunion (16.02. – 01.03.)
Der lang ersehnte Gegenbesuch unserer neuen Austauschpartner wird bei schönstem Winterwetter ein voller Erfolg

Seit unserer Rückkehr aus La Réunion im November, wo wir unserer neuen Partnerschule in La Rivière-Saint Louis den ersten Besuch abgestattet hatten, fieberten wir dem Gegenbesuch unserer Partner entgegen. Die Messlatte lag dank des gigantischen Programmes, das uns dort geboten worden war, sehr hoch. Unser Programm für die Reunionäsen sollte dem natürlich ebenbürtig sein. Der größte Wunsch unserer Gäste war es, einmal Schnee zu sehen…
Und sie bekamen nicht nur Schnee, sondern ein ausgewachsenes Wintersportprogramm! Nachdem sich die Franzosen von der langen Reise etwas erholt hatten, gingen schon am ersten Wochenende viele deutsche Familien mit ihren Gästen rodeln.
Am Montag nach der Ankunft standen ein Empfang bei OB Moser und in der Schule auf dem Programm. Danach folgten die Gastschüler ihren Partnern in den Unterricht und stärkten sich anschließend in der Kantine. Der Nachmittag spielte sich in der Tanzschule Loring ab, wo Deutsche und Franzosen einen Gratistanzkurs erhielten und sich mit bayerischen Volkstänzen und kreolischem Sega prächtig amüsierten. An dieser Stelle auch nochmal herzlichen Dank an Herrn Loring dafür, dass er sofort bereit war, uns zu empfangen und unser Programm auf diese originelle Art zu bereichern! Eine Überraschung der besonderen Art hatten die Gäste zu diesem Anlass auch im Gepäck: sie sangen uns „Stern des Südens“ mit Enthusiasmus und in einwandfreiem Deutsch vor.
Der nächste Tag führte uns alle nach München. Dort zeigten wir unseren Gästen die Innenstadt, stiegen auf den Alten Peter und versäumten natürlich auch das Glockenspiel am neuen Rathaus nicht. Nach einer ausgedehnten Mittagspause fuhren wir auf dem Rückweg noch kurz im Olympiapark vorbei.
Da unsere Partner im Vorfeld auch Interesse an bayerischen Firmen geäußert hatten, bekamen sie am Mittwoch im Rahmen einer sehr kurzweiligen Führung bei Webasto interessante Einblicke in die Arbeit eines mittelständischen Betriebs geboten, durften in Luxusautos probesitzen und sich im Windkanal eine neue Frisur verpassen lassen. Hierfür herzlichen Dank an Herrn Reyser für die Organisation! Nachmittags wurde unser spezielles Wintersportprogramm im Deggendorfer Eisstadion fortgeführt. Obwohl unsere Gastschüler noch nie vorher beim Schlittschuhlaufen waren, meisterten sie auch diese neue Herausforderung, unterstützt von ihren deutschen Partnern, mit Bravour.
Am Donnerstag standen zunächst ein Besuch im X-Perium in Sankt Englmar und im Anschluss daran der Waldwipfelweg und das Haus am Kopf auf dem Programm. Auch diese „Bayerwaldfahrt“ fand bei unseren Gästen großen Anklang.
Um sich von all diesen „Strapazen“ etwas zu erholen, gingen die Franzosen am Freitagvormittag wieder mit ihren Partnern in den Unterricht und waren somit fit für den Höhepunkt der ersten Woche: in Osterhofen fand abends der Tanzabschlussball unserer 9+ und 10. Klassen statt. Da diese Tradition in Frankreich gänzlich unbekannt ist, war es für die französischen Schüler und Lehrer ein unvergessliches Erlebnis, zusammen mit den deutschen Freunden im festlichen Rahmen so richtig zu feiern!
Auch das Programm des Wochenendes scheint sehr abwechslungsreich gewesen zu sein. Berichten zufolge wurden in vielen Familien erneut alle möglichen Ausflüge in den Schnee, nach Passau und München oder ins Elypso unternommen.
Die zweite Woche startete mit einem Besuch bei den Glasbläsern in Bodenmais. Nachdem alle Souvenirs gekauft und sicher im Bus verstaut waren, machten sich fast 50 Schüler und insgesamt sieben Begleiter mit Schneeschuhen auf zur Chamer Schutzhütte. Bei herrlichem Sonnenschein wanderten wir knappe drei Stunden durch eine märchenhafte Winterkulisse zur Unterkunft, die wir dann ganz für uns allein hatten. Das hatte den Vorteil, dass sich niemand daran störte, als nach dem gemeinsamen Essen mit Musik für etwas Hüttengaudi gesorgt wurde.
Nach dem Frühstück und einer kurzen Einweisung durch unseren Guide Klaus vom SC Bodenmais, gaben wir unseren Schützlingen grünes Licht für die 9 km lange Schlittenabfahrt ins Tal. Die wenigen Wanderer und Langläufer, die uns unterwegs begegneten, waren sprachlos beim Anblick der großen Anzahl von Schülern, die ihnen da mit Begeisterung, aber dennoch diszipliniert entgegen rauschten.
Nach soviel Natur und Bewegung in der frischen Luft, gab es am Tag danach etwas Kultur. Die Fahrt zum Schloss Neuschwanstein ist zwar lang, lohnt sich aber zweifelsohne, zumal die meisten Gäste aus La Réunion wohl kaum je wieder die Gelegenheit haben werden, dieses so bekannte Bauwerk zu besichtigen.
Der letzte Ausflug führte die Franzosen nach Regensburg, wo sie an einer zweistündigen Stadtführung teilnahmen, die bravourös von einer unserer ehemaligen Schülerinnen gedolmetscht wurde. Herzlichen Dank, Amélie! Und als ob das Programm noch nicht turbulent und aufregend genug gewesen wäre, fiel dieser letzte Tag auch noch auf den Unsinnigen Donnerstag, so dass einige unserer Gastschüler und -lehrer auch noch in den Genuss des traditionellen Weiberfaschings kamen und ihre Gastfamilien in voller Verkleidung erleben durften… Ils sont fous, les Bavarois!
Leider gingen diese zwei aufregenden und intensiven Wochen mit unseren neuen Freunden viel zu schnell vorbei! Das Abschiedsfest, das am Freitagabend zusammen mit den Gastfamilien in der Schule stattfand, war dementsprechend von vielen widersprüchlichen Gefühlen begleitet: einerseits die Erleichterung bei den Gasteltern und Begleitlehrkräften darüber, dass alles so gut geklappt hatte und die Wintersportaktivitäten ohne Unfälle verlaufen waren. An dieser Stelle sei den Gasteltern nochmals ganz herzlich für ihr tolles Engagement gedankt, ohne das ein solcher Austausch nicht möglich wäre. Die französischen Schüler waren, ganz wie die deutschen Schüler drei Monate zuvor, angefüllt mit neuen Eindrücken und dankbar für die Erlebnisse bei uns. Gleichzeitig waren natürlich auch alle Beteiligten ein wenig traurig darüber, dass dieses Abenteuer nun wirklich vorbei ist und man die Partner aufgrund der Entfernung nicht mal schnell am Wochenende besuchen kann. Allerdings wurden beim Abschied schon fleißig Urlaubspläne geschmiedet und es wäre nicht überraschend, wenn La Réunion im kommenden Jahr ein Bestseller in Deggendorfer Reisebüros würde…
Als Fazit lässt sich feststellen, dass der Austausch ein voller Erfolg war und die weite Reise und der organisatorische Aufwand alle Mühen wert sind. Auf welch andere Art kann man Jugendlichen besser demonstrieren, wie wichtig das Erlernen moderner Fremdsprachen, wie großartig das Erkunden anderer Kulturen und wie erfüllend internationale Freundschaften sind? (Reyser)

Verfasser: Sigrun Reyser, 12.3.2019