Herzlich willkommen am RoKo
Robert-Koch-Gymnasium Deggendorf, Konrad-Adenauer-Str. 6, 94469 Deggendorf, Tel.: 0991 - 991397 - 0, E-Mail: Sekretariat@rokodeg.de

Finis coronat opus – Das Ende krönt das Werk

StD Ludwig Schweigert verlässt nach über 17 Jahren das Robert-Koch-Gymnasium

„Glücklich kann sich jener schätzen, der fern den Geschäften ist“, twitterte um 30 v.Chr. der berühmte römische Dichter des augusteischen Zeitalters, Quintus Horatius Flaccus, im klassischen Analogstil in die Welt hinaus und schuf sich damit ein poetisches Denkmal in den Herzen all jener, die sich seither den Mühen und den Freuden einer humanistischen Erziehung unterziehen durften. Und weil es unter echten Poeten eben keine „Fake News“ oder „Alternative Fakten“ gibt, sondern nur die allseits geschätzte Hyperbel (also die Übertreibung als künstlerisches Stilmittel), hat es Horaz während der vergangenen 2.000 Jahre auch niemand verübelt, dass er damit wohl eher ein träumerisches Ideal beschrieb als einen faktischen Zustand – eine Tatsache, die auch dem Lehrerkollegium des Robert-Koch-Gymnasiums einmal mehr deutlich vor Augen geführt wurde, als ihr Latein- und Sportkollege StD Ludwig Schweigert am vergangenen Freitag dem bereits seit Jahren drohenden Ruhestand demütig seine Waffen vor die Füße warf. Zu gern hatte er seine Schülerinnen und Schüler in jener Sprache unterrichtet, die seit über 20 Jahrhunderten unseren Kontinent und unsere Kultur so nachhaltig mitgeprägt hat, und zu gern hatte er sie in den Künsten der körperlichen Ertüchtigung unterwiesen, als dass er sich nun einfach freudig von diesem Lebensabschnitt verabschieden hätte können.

Im Rahmen einer dennoch unvermeidlichen Feierstunde standen ihm seine Kampfgefährten aus allen Fachschaften (zusammengenommen eine gefühlte Kohorte) mitsamt Schulleitung zur Seite, um Resümee zu ziehen und zurückzublicken auf eine Ära, die man am „RoKo“ getrost mit seinem Namen versehen könnte – leitet sich doch die Bezeichnung „Ära“ ab von „aes“, der lateinischen Vokabel für „Kupfergeld“, und meint damit im eigentlichen Wortsinn die Zeitdauer einer Währung; es war also wohl nicht ganz zufällig ein und dasselbe Jahr 2001, als sowohl der Euro als auch Ludwig Schweigert am Robert-Koch-Gymnasium ihren Einzug hielten. Zwei recht unterschiedliche Ereignisse, möchte man meinen, doch manchmal liegt es eben in der Natur der Dinge, dass erst in der Verbindung vermeintlicher Gegensätze der Erfolg zu suchen ist – so auch in der Tätigkeit von Herrn Schweigert: Die Schülerinnen und Schüler für Latein als „klassisches Lernfach“ zu begeistern und ihnen stets wohlwollend zu begegnen, dabei aber gleichzeitig auf fachlicher Qualität und gerechter Benotung zu beharren, das war es, was den Kollegen Schweigert Zeit seines Schaffens hervorhob und auszeichnete. Wie ein echter „Triarier“, so Schulleiter Heinz-Peter Meidinger, bildete er den verlässlichen letzten Schutzwall in der Schlachtordnung der Robert-Koch-Legionäre und verhalf damit den ihm anvertrauten Jugendlichen ebenso wie dem Ansehen seines Faches immer wieder zum (manchmal auch unverhofften) Sieg.

Nach mehreren bewegenden Abschiedsreden der Schulleitung, des Personalrats und der Fachschaften Latein und Sport blieb letztlich die Hoffnung im Raume stehen, dass der nunmehr pensionierte Kollege sein neues Leben nicht minder kraft- und sinnvoll angehen wolle als seine bisherige Tätigkeit, und dass vor allem das Robert-Koch-Gymnasium noch lange von seinem Vorbild zehren könne. Die Schlachtordnung bleibt deshalb unverrückt, die Nachfolge ist bestellt, der Kurs gesetzt!

 
 
 
 
 
Verfasser: Ernst Schütz, 15.Februar 2019